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Internationaler Tag gegen Dekubitus: im Gespräch mit Dennis van Vliet über DekubituspräventionNachrichten

Dennis Van Vliet

Manager für Entwicklung

Am 20. November hält die Gesundheitsbranche weltweit inne, um den Internationalen Tag gegen Dekubitus zu begehen. Dies ist eine jährliche Erinnerung daran, dass Dekubitus nach wie vor eine der häufigsten und zugleich vermeidbarsten Komplikationen im Gesundheitswesen ist.

Bei Hospidex arbeiten wir täglich mit Fachleuten aus dem Gesundheitswesen zusammen, wenn es um Druckentlastung und sichere Patientenversorgung geht. Für diese Ausgabe des Pressure Ulcer Day sprachen wir mit Dennis van Vliet, Development Manager bei Hospidex. Seine Meinung: “Die Vorbeugung von Druckgeschwüren beginnt nicht mit besseren Checklisten, sondern mit einer besseren Zusammenarbeit.”

Das systemische Problem: Warum Druckgeschwüre kein individuelles Versagen sind

Dennis, warum sind Dekubitus trotz Leitlinien und Risikomessungen immer noch ein so hartnäckiges Problem?

“Druckgeschwüre entstehen nicht, weil jemand ‘etwas vergessen’ hat. Es ist fast nie ein individuelles Versagen. Es ist ein Zusammentreffen von Umständen in einem Team und einer Umgebung: Zeitdruck, Personalmangel, wechselnde Prioritäten, begrenzte Ressourcen…

In der Praxis sehen Sie, dass die Druckentlastung oft von Informationen abhängt, die nicht weitergegeben werden, oder von Routinen, die nicht für alle klar sind. Dekubitus ist kein Problem der Checkliste. Es ist ein systemisches Problem, und deshalb muss die Lösung auch im System liegen.”

Was genau meinen Sie mit ‘dem System’?

“Die Art und Weise, wie Teams zusammenarbeiten. Wie Informationen weitergegeben werden. Wie schnell Risiken erkannt werden. Wie zugänglich die Ressourcen sind. Wenn eine dieser Verbindungen ins Wanken gerät, gerät die Entlastung unter Druck.”

Warum Checklisten und Protokolle zur Dekubitusprävention nicht ausreichen

Viele Institutionen legen großen Wert auf Risikomessung und Checklisten. Warum funktioniert das nicht immer?

Dennis van Vliet: “Ich sehe, dass die Einrichtungen sehr hart arbeiten, aber die Komplexität der täglichen Arbeit kollidiert oft mit der Theorie. Auf einer Checkliste steht: ‘Alle 2 Stunden umstellen.’ Aber in der Realität passiert das nicht:

  • jemand notiert es in der Akte
  • jemand anderes denkt, dass es bereits geschehen ist
  • die nächste Schicht beginnt ohne Kontext
  • und in der Zwischenzeit rutscht ein Patient langsam in die Risikozone 2 oder 3

Das Problem ist nicht, dass die Leute sich nicht neu positionieren wollen. Das Problem ist, dass die Informationen nicht fließen und dass es keine gemeinsame Sichtweise darüber gibt, was genau getan werden muss.”

Was ist also ein besserer Ansatz?

“Machen Sie Risiken sichtbar, konkret und gemeinsam. Manchmal hilft ein einfaches Whiteboard, manchmal ein digitales Tool, manchmal ein kurzes Beratungsgespräch. Es geht um Klarheit und gemeinsame Verantwortung.”

Bei der Druckentlastung geht es um Teamarbeit, nicht um Technologie

Wo sind Ihrer Meinung nach die größten Fortschritte bei der Prävention von Dekubitus zu verzeichnen?

“In Teamarbeit. Nicht in Werkzeugen. Nicht in Protokollen. Ein Gesundheitsteam, das die Risiken gemeinsam überwacht, sich gegenseitig ergänzt, sich traut, den Kollegen ein Zeichen zu geben und sich klar darüber einig ist, wer was tut, wird immer für eine bessere Druckentlastung sorgen als ein Team, das den Einzelnen verantwortlich macht.”

Aber auch die Werkzeuge spielen eine Rolle, nicht wahr?

“Auf jeden Fall. Werkzeuge sind für die Druckentlastung unerlässlich, aber nur, wenn sie in Reichweite sind, bestimmungsgemäß verwendet werden UND in einen gemeinsamen Arbeitsablauf eingebettet sind. Nehmen Sie zum Beispiel luftgetragene Druckverteilungssysteme wie Repose. Sie sind leicht, einfach zu platzieren, bieten eine stabile Druckverteilung und sind ideal für die Beseitigung von Risiken in allen Gesundheitsumgebungen. Aber selbst die beste Lösung funktioniert nur in einer Umgebung, in der jeder weiß, wann, warum und wie sie eingesetzt werden soll.”

Beim Tag gegen Dekubitus geht es nicht um Bewusstsein, sondern um die Reflexion unserer täglichen Praxis

Was möchten Sie den Pflegeteams mit auf den Weg geben, um Dekubitus zu bekämpfen?

Dennis van Vliet: “Die Dekubitusprävention ist keine eintägige Aktion, sondern eine kulturelle Entscheidung. Der internationale Tag gegen Dekubitus fordert uns nicht nur auf, über Hochrisikopatienten nachzudenken, sondern auch über unsere eigene Art der Zusammenarbeit: Wie klar ist unsere Kommunikation? Sind unsere Ressourcen dort, wo sie sein sollten? Ist jeder über Risikopatienten informiert? Werden alle Patienten nach demselben Zeitplan umgelagert? Sind neue Teammitglieder angemessen in der Druckentlastung geschult Bewusstseinsbildung ist der erste Schritt. Aber die Reflexion über Pflegeprozesse und Teamvereinbarungen ist der Punkt, an dem Sie wirklich etwas bewirken können.

“Für Teams, die mit luftgestützter Druckentlastung arbeiten, zeigen aktuelle Fallstudien, dass Einfachheit und Konsistenz wirklich den Unterschied ausmachen. Unsere Fallstudie zu TOTO + Repose CINS zeigt zum Beispiel, wie eine subtile Druckentlastung in Kombination mit Automatisierung zu weniger manuellen Umlagerungen und besseren Komfortwerten führt, insbesondere bei Hochrisikopatienten.”

Kleine Verbesserungen, große Auswirkungen auf Komfort und Sicherheit

Druckgeschwüre sind nicht nur schmerzhaft und belastend für die Patienten, sie sind in vielen Fällen auch vermeidbar. Der Schlüssel liegt in der Zusammenarbeit, Konsistenz und einfachen Verbesserungen der Arbeitsabläufe. Und wenn diese Grundlagen stimmen, machen Hilfsmittel wie Repose den Unterschied bei Komfort, Druckverteilung und Sicherheit aus.

Dekubitusprävention ist keine Checkliste. Sie ist eine Teamleistung.

Lesen Sie mehr über den internationalen Tag gegen Dekubitus oder entdecken Sie unsere Repose Druckentlastungslösungen.

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Kimberlie Hanna

MARKETINGLEITER

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